Studienbedingungen und selbstbestimmtes Lernen

Student_innen sind durch eine starre inhaltliche wie methodische Organisation des Studiums und Druck von außen eingeschränkt. Im Zuge der Einführung des Bachelor/Master-Systems wurde in Studiengängen der Fokus auf schnelle, vermeintlich arbeitsmarktaffine, Abschlüsse gelegt. Dies führte zu erhöhtem Lernaufwand und Prüfungsdruck, während die freien Wahlmöglichkeiten bei Vorlesungen und Seminaren eingeschränkt wurden. Den meisten Studierenden fehlt nicht zuletzt deshalb die Energie, sich außerhalb des regulären Studiums eigenen Inhalten und Projekten zu widmen. Durch Anwesenheitslisten und Zwangshausaufgaben werden Gelegenheit und Motivation zur intensiven Beschäftigung mit dem Lernstoff stark eingeschränkt.
 
Die Grüne Hochschulgruppe fordert die vollständige Abschaffung der Anwesenheitspflicht, sofern diese nicht die einzige zu erbringende Leistung ist. Auf Druck der Studierendenschaft wurden bereits alle Dozierenden der Universität Osnabrück von Seiten des Präsidiums angewiesen, dass Anwesenheitslisten grundsätzlich nicht zu führen seien. Dem wurde oftmals nicht Folge geleistet. Wir setzen uns daher weiter für ein Ende des von Dozent_innen rechtswidrig ausgeübten Zwangs zur Unterschrift ein. Um den Studierenden eine freie Zeiteinteilung und prinzipiell eine gute Basis zur Klausurvorbereitung zu gewährleisten, fordern wir von Dozierenden die Bereitstellung vollständiger inhaltlicher Grundlagen (z.B. in Form von Skripten oder Lehrbüchern).
 
Viele Student_innen haben bezüglich der Zeit nach dem Bachelor-Abschluss Zukunftsängste. Entgegen der Vorhaben des Bologna-Prozesses wird der Bachelor auf dem Arbeitsmarkt nicht als vollwertiger, berufsbefähigender Abschluss angesehen, während der Weg zum Master durch Platzbeschränkungen oft ungewiss ist. Die Grüne Hochschulgruppe setzt sich daher in den Fachbereichen und in Kooperation mit Studierendenvertretungen anderer Universitäten landesweit dafür ein, dass allen Bachelor-Absolvent_innen ein  entsprechender Masterstudienplatz angeboten wird. 
 
In vielen Vorlesungen sind Klausurzulassungen an Leistungsnachweise durch wöchentliche Hausaufgaben gebunden. Diese Praxis behindert selbstbestimmtes Lernen, da bei mehreren wöchentlich zu erledigenden Arbeitsblättern oft keine Zeit bleibt, sich den eigenen Interessen entsprechend mit Inhalten auseinanderzusetzen. Wir fordern von den Professor_innen für alle Lehrveranstaltungs-Teilnehmer_innen offene Klausuren.